„Mannschaftlich (…) zu wenig“: 1. Herren geht bei Plesse (beinahe) rutschen
HSG Plesse-Hardenberg – VfL Hameln 29:29 (15:12).
Hamelns Oberliga-Handballer haben sich am Abend nochmal mit einem tiefen Kratzer aus der Affäre gezogen. Auswärts beim Tabellenachten lag der Spitzenreiter Anfang der zweiten Halbzeit mit sieben Treffern zurück, durfte 30 Sekunden vor dem Ende dann aber doch noch den 29:29-Ausgleich bejubeln, durch den die VfL-Handballer weiterhin ungeschlagen an der Spitze bleiben. „Es ist heute gekommen, wie ich es schon länger vermutet habe: Wir haben momentan Probleme, zu unserem eigentlichen Spiel zu finden“, erklärte VfL-Trainer Marc Siegesmund nach dem Abpfiff.
Bei der HSG Plesse-Hardenberg begann der Abend bereits denkbar schlecht für die Hamelner Gäste. Nur rund 60 Sekunden waren gespielt, da vergab Louis Fuhlrott den ersten Siebenmeter-Versuch für den VfL. In der Folge setzten sich die Hausherren auf 7:5 ab (15.) und bauten den Vorsprung bis zur 24. Minute auf fünf Treffer aus (13:8). Erst kurz vor der Pause gelang es den Gästen, noch einmal zu verkürzen. Mit einem Rückstand von drei Treffern ging es für Siegesmund-Sieben anschließend in die Pause (12:15). „Unser Angriff war heute eine Vollkatastrophe. Unsere Außen waren noch ganz gut drauf, aber über den Rückraum ging lange Zeit sehr, sehr wenig“, machte Siegesmund die Fehlerquelle aus.
Der Start in den zweiten Durchgang war aus VfL-Sicht dann besonders zum Vergessen. Binnen vier Minuten zauberten HSG-Topwerfer & Co. eine Vier-Tore-Serie aufs Parkett und ließen den VfL so mit einer Sieben-Tore-Rückstand-Hypothek zurück. Als Konsequenz nahm Siegesmund direkt das zweite Team-Timeout. Dazu der Coach selbst: „Eigentlich wollten wir motiviert aus der Kabine kommen, haben aber ganz schlecht gedeckt und vorne die Tore nicht gemacht.“ Auch in den Folgeminuten bahnte sich nicht wirklich eine Aufholjagd der Hamelner an, in der 44. Minute führten die Gastgeber noch immer mit sechs Treffern (22:16). Doch jetzt waren es die Gäste, die angeführt vom A-Jugendlichen Benjamin Schieb eine Vier-Tore-Serie hinlegten und sich zurück ins Rennen katapultierten. Auch Siegesmund nahm später den Hut vor seinem Jung-Schützling: „Benny hat das auf Rückraum links gut gemacht und für sein Alter in dieser Phase schon viel Verantwortung übernommen.“
Nach wie vor blieben die Hausherren zwar in Führung, setzten sich sechs Minuten vor dem Ende sogar erneut auf vier Treffer ab, doch Hameln gab noch nicht auf – selbst, als man 60 Sekunden vor dem Ende noch immer mit 27:29 hinten lag. In letzter Instanz waren es dann Jürgen Rotmann und Tim Jürgens, die innerhalb von 30 Sekunden für den Ausgleich sorgten. Held des Abends war am Ende aber sicherlich David Wagner im VfL-Tor, der zehn Sekunden vor dem Ende den entscheidenden freien Wurf der HSG vereitelte. Trainer Siegesmund fand zum Abschluss nochmal deutliche Worte: „Wir sind am Ende nochmal mit einem blauen Auge davongekommen und müssen froh sein, das Remis hinbekommen zu haben. Das war heute eine sehr schlechte Leistung von uns. Mannschaftlich ist das in seiner Gesamtheit im Augenblick zu wenig. Wir haben viele Aufgaben, denen wir uns annehmen müssen, sonst wird das bei den kommenden Spielen nicht viel anders als heute.“ Verfolger Himmelsthür hat in der ausstehenden Partie nun die Chance, auf einen Zähler an den VfL heranzurücken.
VfL Hameln: Sebastian Maczka (7), Tim Jürgens (7/1), Janne Siegesmund (5), Jürgen Rotmann (3), Benjamin Schieb (beide 3), Mat Schmidt (3/1), Louis Fuhlrott (1).
Quelle: www.awesa.de




