• RSS-Feed
  • Instagram
  • Link zur Seite versenden
 

Zurück zum Erfolg: Brückner als Sinnbild des „neuen“ VfL-Wegs

Noch im vergangenen Jahr verpasste der VfL Hameln, der mittlerweile seit 2009 in der Oberliga an den Start geht, trotz Reform den Sprung in die neu gegründete Regionalliga. Anfang der 2010er-Jahre hatten die Blau-Weißen vermehrt an der Rückkehr ins Oberhaus (damals noch die 3. Liga) gekratzt, auch aufgrund personeller Umbrüche ordnete sich der Verein in den Folgejahren allerdings immer mehr im Mittelfeld der Liga ein. Mit der Sommerpause 2024 ging der ehemalige Handball-Bundesligist - nach der Einführung der Regionalliga jetzt in der fünfthöchsten Liga - neue Wege. Die Jugendmannschaften wurden aus der JSG Weserbergland losgeeist, zudem wurden mit Ayke Donker, Louis Fuhlrott, Yendrick Weißhaar und Jens Brückner Verstärkungen geholt, die entgegen der jahrelangen Hamelner Devise nicht auf eine Verbindung zum VfL zurückblicken können.

Auch dank der personellen Zugänge ist das Team von Trainer Marc Siegesmund vor dem ersten Einsatz im neuen Jahr drauf und dran, endlich wieder eine Meisterschaft zu feiern. 21:1-Punkte hat der VfL auf der Habenseite, einzig beim Auswärtsspiel in Himmelsthür blieb´s am Ende beim Unentschieden. Einer der Garanten dafür, dass das Hameln-Pyrmonter Handball-Aushängeschild an oberster Spitze seine Kreise dreht, ist Torwart Brückner. Der Anfang-Zwanzigjährige, der bis zum vergangenen Sommer noch in den Diensten der HSG Schaumburg-Nord aktiv war, verzückte Spiel um Spiel die zahllosen Hamelner Anhänger mit etlichen starken Paraden und emotionsgeladenen Jubeleinlagen. Höchste Zeit also, dass wir uns mit „Super Saiya-Jens“ unterhalten...

Im Sommer bist Du von der HSG Schaumburg-Nord an den Eintrachtweg gewechselt und hast die Lücke im VfL-Tor quasi quasi mit Deinem ersten Einsatz vergessen gemacht. Was hat für Dich letztlich den Ausschlag gegeben, sich dem VfL anzuschließen?
„In Schaumburg hatte ich nicht die Einsatzzeiten, die ich gerne gehabt hätte. Ich befand mich in einer schwierigen Situation. Mit Daniel Hoffmann hatte ich einen starken Konkurrenten vor mir, auf den der Trainer mehr gesetzt hat. Dementsprechend war ich auch offen dafür, mich nach etwas anderem umzusehen. Dann hat sich Robert (VfL Hameln-Manager Robert Drechsler, Anm. d. Red.) bei mir gemeldet. Nach zwei längeren Telefonaten hat er mich zum Training eingeladen und ich habe mich mit ihm, Marc Siegesmund und Frank Rosenthal zusammengesetzt und gesprochen. Ich habe gemerkt, dass der Verein Bock hat, hier etwas voranzubringen. Und auch mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass Hameln ein geiles Projekt wird. Dementsprechend habe ich noch in der Kabine nach dem Probetraining meinen Handschlag gegeben und fest zugesagt.“

 

Bisher hat sich Dein Wechsel scheinbar als absoluter Glücksgriff für den VfL herausgestellt, Trainer und Mitspieler loben Dich immer wieder in den höchsten Tönen für Deine starken Paraden und Reflexe. Warum hat die Einfindung bei Dir auf Anhieb so gut geklappt?
„Ich glaube, dass dafür mehrere Punkte zusammenkommen. Zum einen haben mir Marc Siegesmund als Trainer und später auch Mats Schmidt als Co-Trainer vom ersten Tag an echt viel Vertrauen entgegengebracht. Wenn du weißt, du darfst auch mal einen Fehler machen und musst keine Angst haben, direkt ausgewechselt zu werden, bringt das extrem viel Lockerheit. Man spielt ein Stück weit befreiter auf. Außerdem hat mich die Mannschaft vom ersten Tag an mit offenen Armen empfangen. Die Jungs reißen sich Woche für Woche den Hintern in der Abwehr auf, um mir zu helfen. Dadurch läuft´s auch bei mir besser und die Brust wird Woche für Woche breiter.“

Wer den VfL schon länger verfolgt, weiß, dass Zuschauer und Verein eine eingeschworene Verbindung sind. Wie blickst Du als relativ „Neuer“ im Hause der „Rattenfänger“ auf das Konzept „VfL Hameln“ - was war für Dich neu, was hat Dich vielleicht überrascht, was war eine Umstellung?
„Neu war auf jeden Fall diese Halle. Ich hatte das noch nie, dass ich Woche für Woche vor einer so vollen Halle spielen durfte - mit so einem Fanclub, der uns anpeitscht. Das siehst du in dieser Liga nirgendwo anders. Das pusht einen, das macht richtig Spaß. Besonders ist auch die Konstellation in der Mannschaft. Jeder ist gefühlt ein Ur-Hamelner – und dann kommen Ayke Donker, Louis Fuhlrott, Yendrick Weißhaar und ich als einzige Auswärtige neu dazu. Trotzdem sind wir super aufgenommen worden, vom Team und von den Fans gleichermaßen.“

 

Nicht nur aufgrund Deiner sportlichen Leistung bist Du in der Hinrunde immer wieder positiv aufgefallen. Markant ist bei Dir auch der exzessive Jubel bei eigenen Paraden oder Toren der Mitspieler, der Dir unter anderem den Spitznamen „Super Saiya-Jens“ eingebracht hat. Emotional gesehen: Wie läuft ein Spiel für Dich persönlich ab?
„Das ist relativ schwierig zu sagen. Gedanken gehen einem während des Spiels nicht viele durch den Kopf. Oftmals hat man gegen den einen oder anderen Spieler schon gespielt oder ihn auf Video gesehen. Viele Bewegungen entstehen dann einfach aus dem Bauchgefühl heraus. Wenn dann ein freier Wurf aufs Tor geht, egal ob Siebemeter, Durchbruch oder Konter, und du diesen Ball hältst, geht einfach ein richtiger Dopaminstoß durch den Körper. Wenn ich den nicht rauslassen würde, würde ich platzen (lacht). Und so etwas kann sich im Laufe eines Spiels auch mal ein Stück weit hochspielen.“

Doch nicht nur bei Dir persönlich läuft´s derzeit so richtig, auch Ihr als Mannschaft habt bisher eine Serie der Extraklasse hingelegt. Elf Spiele, zehn Siege, keine Niederlage, beste Offensive – die Liste ist lang. Was kann Euch bei der Mission „Meisterschaft“ noch gefährlich werden? Worauf kommt es im neuen Jahr an?
„Die Rechnung ist einfach: der einzig sichere Weg ist es, jedes Spiel zu gewinnen. Das Einzige, was uns gefährlich werden kann, sind im Prinzip wir selbst. Wir sind ungeschlagen, haben 21:1-Punkte auf dem Konto und alles selbst in der Hand. Daher sehe ich den Druck bei der Konkurrenz höher. Wir gehen mit einer komfortablen Situation in die Rückserie. Wichtig ist es, dass wir die 'Pflichtsiege', die noch kommen, einfahren, weiterhin fokussiert bleiben und in den Topspielen unseren Stiefel herunterspielen. Hinzu kommt, dass wir den den Vorteil haben, gegen Vinnhorst und Himmelsthür zuhause vor unseren Fans spielen zu dürfen.“

Das komplette Interview findet Ihr hier auf AWesA

 

Quelle: www.awesa.de

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Sa, 11. Januar 2025

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen